Zum zehnjährigen Bandjubiläum beschenken Tristania sich selbst und ihre Fans mit einem hochwertigen, abwechslungsreichen Gothic-Metal-Kracher, der gekonnt fast alle nur denkbaren Kitsch-Klippen umschifft. Natürlich: Pathos, Dramatik und ein paar Klischees gehören auch bei Tristania zum Tagesgeschäft. Im Gegensatz zu vielen Genre-Konkurrenten halten sich die tränenschwangeren Peinlichkeiten bei den Norwegern aber stark in Grenzen. Auf Illumination sind knackige Riffs jederzeit wichtiger als dünne Synthie-Teppiche, ausdrucksstarke Gesänge immer präsenter als selbstmitleidiges Goten-Gejaule. Insbesondere Frontfrau Vibeke Stene sorgt mit ihrer kräftigen, charismatischen Stimme einmal mehr dafür, dass sich Tristania deutlich vom Düster-Metal-Einheitsbrei abheben, aber auch ihre männlichen Kollegen schaffen es mit gekonnt aufgezogenen Spannungsbögen und variantenreichen Songaufbauten, das künstlerische Mittelfeld auf Distanz zu halten. -- Michael Rensen
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